Der Rosenkavalier

Komödie für Musik in drei Aufzügen
Musik von Richard Strauss, Text von Hugo von Hofmannsthal

Anhaltisches Theater Dessau

Premiere: 7.Mai 2022 um 18h, Wiederaufnahme 14.Oktober 2022

Musikalische Leitung: Markus L.Frank

Regie: Michael Schachermaier

Bühne: Karl Fehringer und Judith Leikauf

Kostüme: Jessica Rockstroh

Dramaturgie: Felix Losert

Mit: Sylvia Ziegler, Michael Tews, Iordanka Derilova, Kay Stiefermann, Conny Marschall, Jeff Martin, Claudius Muth, Costa Latsos, u.a.

Aufführungsdauer ca. 4 Stunden & 15 Minuten — zwei Pausen

Termine: 14.10.,22.10.,13.11.,20.11. mit unterschiedlichen Beginnzeiten siehe Homepage

»Ist ein Traum, kann nicht wirklich sein« – dieses Zitat aus dem Schluss-Terzett kann auch als Motto der Oper gelten. Es gelang Hofmannsthal, eine Geschichte über den Abschied von der Jugend in einem heiter-melancholischen Ton zu erzählen. Er siedelte die Handlung in einem erträumten Wien der Mozart-Zeit an, für das er mit großer Fantasie zahlreiche Details erfand – etwa jenen vermeintlich adligen Brauch, dass der Bräutigam der Braut eine silberne Rose durch einen Kavalier überreichen lassen müsse. Mozart-Verehrer Strauss machte folglich auch nicht das historisch korrekte Menuett, sondern den Wiener Walzer des 19. Jahrhunderts zum musikalischen Symbol dieser halb erfundenen, halb nostalgisch rekonstruierten Welt und schuf eines seiner anrührendsten Werke.

Wien zur Zeit Maria Theresias. Die Feldmarschallin und ihr Geliebter, der junge Graf Octavian, werden nach einer Liebesnacht durch einen grobschlächtigen Verwandten der Fürstin, den Baron Ochs auf Lerchenau, gestört. Bevor er ungebeten ins Gemach tritt, kann sich Octavian noch als Kammerzofe verkleiden. Ochs bittet die Feldmarschallin, ihm für seine Hochzeit mit einer wohlhabenden, jungen Bürgerlichen einen Adligen zu empfehlen, der nach alter Sitte der Braut am Hochzeitstag eine silberne Rose überreichen kann. Während Ochs mit der vermeintlichen Kammerzofe zu flirten versucht, benennt die Feldmarschallin Octavian als Rosenkavalier. Als Octavian dann der Braut Sophie schließlich die Rose überreicht, können die beiden ihre Blicke nicht voneinander lassen. Ochs aber beharrt aber auf der Erfüllung des Ehevertrages. In Gestalt der Zofe lockt Octavian ihn deshalb in eine Schenke, um ihn in eine kompromittierende Lage zu versetzen. Die Feldmarschallin erkennt, dass sie den jungen Mann verloren hat und ergibt sich ihrem Schicksal.

Wien-spezifische Zeitsprünge

Riesiger Jubel des Publikums für einen großen Abend: In Hugo von Hofmannsthals Figuren findet der Wiener Regisseur Michael Schachermaier typische Wiener Originale, wie es sie dort zu allen Zeiten gab, gibt und geben wird. (...) Zum Schluss jubelte das Publikum fast eine Viertelstunde über einen Abend, der immer feiner und schöner wurde. (....) In Hugo von Hofmannsthals Figuren findet Michael Schachermaier typische Wiener Ortsoriginale, wie es sie dort zu allen Zeiten gab, gibt und geben wird.
— Concerti.de, Roland H.Dippel, 9.Mai 2022
Nach musikalisch sehr korrektem Beginn mündete der Abend in delikate Opulenz mit interessanten Einblicken in das österreichische Sittenleben am Ende des 20. Jahrhunderts. (...) Bereits fünf Inszenierungen des „Rosenkavalier“ gab es am Anhaltischen Theater und fast eine Viertelstunde Schlussapplaus bei der jüngsten Premiere im gut gefüllten Haus (...) Der Wiener Regisseur Michael Schachermaier entdeckt in allen Figuren dieser Oper Typen, wie sie in der Donaumetropole damals und heute herumschwirren. (...)
— Neue Musikzeitung, 9.Mai