Das Dschungelbuch
Theater Freiburg
Von Rudyard Kippling in einer Bearbeitung von Michael Schachermaier
Premiere: November 2017
Regie: Michael Schachermaier
Musik und Komposition: Parviz Mir-Ali
Bühne: Jessica Rockstroh
Kostüme und Puppen: Julia Beyer
Dramaturgie: Tamina Theiß
Mit: Yalany Marschner , Dominik Paul Weber, Sebastian Thiers, Martin Müller Reisinger, Katharina Halus u.a.
Michael Schachermaier bringt in eigener Fassung ein spekatkuläres Dschungelbuch auf die Bühne des Theaters Freiburg und entfesselt mit Hilfe des Figuren- und Puppentheaters einen Urwald aus Müll und Abfall den über siebzig Tiere bevölkern.
Baloo, der Bär, ist ratlos: Mitten im Dschungel liegt ein kleines, seltsames Wesen. Könnte ein Affe sein, denkt er – aber er hat so wenige Haare. Baghira, der schwarze Panter, weiß es besser: Es ist ein Zweibein, es gehört keinesfalls in den Dschungel und sollte schnellstmöglich dahin zurückgebracht werden, wo es hergekommen ist. – Aber wo genau ist es denn hergekommen?! Die beiden wissen es nicht. Sicher ist nur, dass sie den kleinen Menschenjungen nicht allein im Dschungel zurücklassen können. Und außerdem ist er ziemlich anhänglich und keinesfalls gefährlich. Schnell schließen die beiden Freunde den Kleinen in ihr Herz. Sie nennen ihn Mogli, also kleinen Frosch, und bringen ihn erst einmal zur Ratsversammlung der Tiere um darüber zu entscheiden, ob er bei ihnen bleiben kann. Das löst eine ziemliche Unruhe unter den Tieren aus! Einige, allen voran der Tiger Shir Khan, sind gar nicht damit einverstanden, dass Mogli im Dschungel bleiben soll. Immerhin ist er ein Mensch, und die sind gefährlich. Aber Baloo und Baghira setzten sich durch, denn das Gesetz des Dschungels ist eindeutig: Jedes Jungtier steht unter dem Schutz der Dschungelgemeinschaft, bis ihm ein Fell wächst.
So wächst der Kleine friedlich im Dschungel heran, immer begleitet von seinen Freunden Baghira und Baloo. Er lernt die Sprache der Tiere und die Regeln des Dschungels, er begegnet Elefanten und Antilopen, einer wilden Affenbande und einer riesigen Schlange, badet in Flüssen, isst, wenn er hungrig ist, und schläft, wenn er müde ist. Bis er eines Morgens erwacht und ihm ein Fell im Gesicht gewachsen ist. Noch ist es kaum zu sehen, aber Baghira und Baloo ist klar: jetzt kann Mogli nicht mehr bleiben, denn Shir Khan schärft schon seine Krallen …
Mogli steht vor einer schweren Entscheidung: Soll er den Dschungel verlassen und zu diesen seltsamen Wesen gehen, die so aussehen wie er? Oder soll er sich einem Kampf mit Schir Khan stellen? Wo gehört er eigentlich hin?
Fotos (c) Rainer Muranyi, Theater Freiburg
„Trotz kindgerechter Inszenierung spricht Regisseur Michael Schachermaier auch elegant das Problem der Abholzung der Urwälder an: Praktisch alle Requisiten und Kostüme sind kongenial aus Müll gefertigt“
„Eben noch tote Müllhalde, wachsen im grünen Dämmerlicht plötzlich Palmen, fallen mit lautem “Flapp” riesige Lianen und Kletterpflanzen aus der Oberbühne, darüber leuchtet ein goldgelber Vollmond in samtigem Nachtblau, und ein paar gigantische Schmetterlinge und kunterbunte Vögel kreuzen die Szene. Alles ist aus Plastik – doch jetzt ist er da, der große Dschungelzauber...“