Der Hund der Baskervilles
Theater der Jugend Wien / Theater im Zentrum
Nach Arthur Conan Doyle in einer Fassung von Thomas Birkmeir
Premiere: Jänner 2014
Regie: Michael Schachermaier
Bühne: Vincent Mesnaritsch
Kostüme: Susanne Özpinar
Puppenbau: Julia Beyer
Mit: Uwe Achilles, Frank Engelhardt, Clemens Matzka, Christian Pfütze
Eine Leiche wird im Dartmoor gefunden. Keine Spur von Gewaltanwendung, aber das Gesicht entsetzlich verzerrt – vor Todesangst, so sagt man…
Das Opfer: Sir Charles Baskerville. Schon bald vermutet man in der Gegend, dass es der »Fluch des Hundes« war, der auf den Baskervilles lastet. Eine schrecklich geisterhafte Bestie habe im Jahre 1648 den ruchlosen Hugo Baskerville getötet und suche seither seine Nachkommen in ihr Verderben zu hetzen.
Kein Fall, den Sherlock Holmes als würdig erachtet. Er schickt lieber seinen Gehilfen Dr. Watson nach Devonshire zu den Baskervilles. Und Dr. Watson will beweisen, dass auch er durchaus über die Qualitäten eines Superdetektivs verfügt. Kaum im Moor, versinkt er jedoch fast auf Nimmerwiedersehen, und erfährt zudem, dass im benachbarten Zuchthaus ein verrückter Serienkiller ausgebrochen ist. Er macht Entdeckungen, deren Rätsel er nicht zu entwirren weiß.
Bald raucht ihm der Schädel. Den eigenen Schatten überspringen – und Sherlock Holmes um Hilfe bitten?
Der dritte Sherlock Holmes-Roman gilt als der beste von Sir Arthur Conan Doyle. Doyle, zu seiner Zeit einer der höchstbezahlten Schriftsteller der Welt, ließ seinen berühmten Detektiv und dessen etwas tölpelhaften Gehilfen im »Beeton Christmas Annual« erstmals das Licht der Welt erblicken. Er wurde seiner literarischen Figur jedoch bald überdrüssig und ließ den Detektiv in einer Erzählung einen Wasserfall hinabstürzen. Ein Proteststurm seiner Leserschaft zeigte keine Folgen. Jahre später, von einer Legende um einen schauerlichen Geisterhund im Dartmoor zu einem Roman inspiriert, griff er während des Schreibens auf seine Figur Sherlock Holmes zurück, obwohl er die Reihe für beendet erklärt hatte.
Foto(s) copyright Rita Newman
(c) Vincent Mesnaritsch
„Regisseur Michael Schachermaier, der in der vergangenen Spielzeit unter anderem Raimunds Alpenkönig und Menschenfeind am Burgtheater inszenierte und ganz allgemein als Rohdiamant gilt, dreht den Lautstärkeregler auf Anschlag und erlaubt sich, Puppenspiel sei Dank, explizite Darstellungen, die bei konservativen Helikoptereltern für Schnappatmung sorgen könnten.“
„Reich an Überraschungseffekten ist Michael Schachermeiers mitreißende, mit gruseligen Klängen untermalte, mit Ironie und Witz gestaltete Inszenierung in einem schaurig schönen Bühnenraum (Vincent Mesnaritsch), der zum Fürchten einlädt.“
„Michael Schachermaier, der immerhin schon im Burgtheater einen halbschrägen Raimund’schen „Alpenkönig“ gezeigt hat, bietet hier vor allem den virtuosen Spaß, die Schauspieler punktgenau zu führen.“